[2011-03-18] Alpendohlen im Kanton Glarus
Abb.1. Tanz der Alpendohlen über Glarus 18.Februa 2011, 14.55 Uhr.
Dohlen sind hier in Glarus die Winterhaustiere geworden. Mir gefällt vor allem, wenn sich die Dohlen am Nachmittag formieren um gemeinsam zu ihren Schlafplätzen in der Höhe zurückzukehren. Hier habe ich einige Informationen zusammengestellt, die ich der Diplomarbeit von Struch (1994) entnommen habe.
Insgesamt überwintern im Kanton Glarus rund 1700 Individuen, verteilt auf 7 Schlafregionen (alpin). Diese Gruppen fliegen immer diesselben Talorte an.
Gruppen nach Schlafregion und Talort(en)
| Schlafregion | Talorte | Bestand |
| Chöpfenberg - Niederurnertal | Niederurnen (-Näfels) | 100 |
| Glärnisch-Vrenelisgärtli | Glarus | 150 |
| Schilt | Ennenda | 140 |
| Vorabgebiet | Elm-Matt-Schwanden | 520 |
| Kärpf-Blistock | Luchsigen+Hätzigen | 140 |
| Hausstock-Vorstegstock | Linthal | 320 |
| Gemsfairenstock | Braunwald | 340 |
Talaufenthalt
Die Alpendohlen kommen im Winter hinunter in die Talorte, sobald in der oberhalb der Waldgrenze eine kompakte Schneedecke liegt (Einwinterung). Danach kommen sie täglich bis in den April hinein. Bleibt die Schneedecke über dem Tal geschlossen, so treffen die Schwärme geschlossen ein (je strenger die Verhältnisse desto kompakter), gegen das Frühjahr hin vermehrt aufgesplittert . Die Schwärme treffen den Winter hindurch plusminus zur Sonnenaufgangszeit im Talort ein. Die Witterung hat keinen Einfluss auf die Ankunftszeit der Vögel, aber auf die Einflughöhe (50-500m). Je länger die Tage sind, desto länger bleiben die Vögel im Tal (ca.4h im Dezember bis 6h im April). Abflug am frühen Nachmittag. Bei guter Witterung ziehen sie früher wieder los, bei schlechtem Wetter später.
Struch, M. (1994): Winterökologische Aspekte der Alpendohle Pyrrhocorax graculus. Die Alpendohlensituation im Glarnerland während des Winters 92/93. Grundlagenerarbeitung für spätere Vergleiche, Diplomarbeit am Zoologischen Institut, Abt. Synökologie, Universität Bern